Dachstein Rundwanderweg
   
   
   
Tagesetappe 5: Stoderzinken – Notgasse – Viebergalm – Hochmühleck – Steinitzenalm zur nächsten Etappe



Stoderzinken – Notgasse – Viebergalm – Hochmühleck – Steinitzenalm

Wer im Gasthof Steiner übernachtet, hat sozusagen seinen Logenplatz vor der Türe. Schon Peter Rosegger (bekannter steirischer Heimatdichter) hat von diesem Ausblick geschwärmt, anlässlich eines Besuches bei seinem Freund Emil Ritter von Horstig am Stoderzinken. Nur 15 Minuten Gehzeit sind es bis zum Friedenskirchlein, das aussichtsreich und spektakulär in die felsigen Abbrüche des Stoderzinken „hineingeklebt“ wurde und somit als eine besonders attraktive Aussichtskanzel bezeichnet werden darf. Speziell bei Sonnenaufgang, noch vor dem Frühstück, sollte man diesen Platz aufsuchen.

Peter Rosegger schreibt: Da draußen stand er, hinten den nahen, knorrigen Fichten der Höhe stand er breit und hoch auf mit seinen Wänden, Eisfeldern und spitzen Kegeln – der Dachstein. Ganz schreckhaft nahe. Und in welchem Lichte! Nicht Nacht und nicht Tag; ein mattes, schauerlich schönes Rot war ausgegossen über Baum, Stein und Eis, ein Licht, wie ich es noch nie gesehen auf Erden. Hinter dem Friedenskirchlein führt ein leichter Klettersteig, der Florasteig, direkt auf den Stoderzinken Gipfel (gesamt ca. 35 – 40 min.) oder man geht zurück bis zum Rosegger Denkmal, hält sich rechts u. wandert auf dem Normalweg zum Gipfel. In Anbetracht der langen Tagesetappe bis zur Steinitzenalm ist es jedoch ratsam, seine Kräfte gut einzuteilen. Vom Gasthaus Steiner geht es zunächst wieder auf der Naturstraße zur Brünnerhütte und dann folgt man, ständig leicht bergab gehend, den Weg Nr. 618 (am selben Weg zurück wie Etappe 4).

Ein schöner lichter Lärchenwald mit einigen Zirben ist die Szenerie für die nächste Stunde. Der Weg ist ein richtiger Wurzelsteig u. erfordert Aufmerksamkeit. Die Abzweigung vom 618-er zur Notgasse liegt in der Talsohle unterhalb des Kimpflingsattels und ist beschildert, aber trotzdem ist Achtsamkeit gefragt (um sie nicht zu übersehen). Von hier geht man noch ca. 30 min zur Notgasse – der Wald wird von einigen schönen Lichtungen aufgehellt, wo in früheren Zeiten Holzkohle erzeugt wurde.

 

 


Die alten Landschaftsbezeichnungen lauten auch dementsprechend - „Wiesmahd“, „Brandner Urwald“... Ein Felsblock mit eingemeißeltem Hinweis zeigt Richtung Brand. Kurz danach ist die Notgasse erreicht: eine rund 500 m lange, enge und düstere Felsklamm, die noch bis weit in den Sommer Schnee aufweist. Daher sind auch die Felsritzzeichnungen nicht immer leicht zu entdecken, da diese sich meist tief unten, unmittelbar über dem Boden, befinden. Manche Felsbilder sind bereits stark verwittert, manche leider überzeichnet u. daher kaum mehr erkennbar! (Denkmalschutz – nicht beschädigen!) Manche Felsritzzeichen könnten bis zu 2000 Jahre alt sein, eine genaue Datierung war bisher nicht möglich.

Wir folgen dem uralten Saumpfad durch die Schlucht, die sich in 1.570 m SH befindet, manchmal nur 2 m breit ist und deren Felswände links und rechts bis zu 60m hoch aufragen. Kurz nach der Notgasse erreicht man einen neuen Forstweg, dem man bis zur Brandalm folgt. Vom GH Steiner 1.872 m SH bis zur Brand- alm mit 1.390 m SH wandert man rund 2 Std. – die Abzweigung vom Forstweg zur Viehbergalm führt nach der Brandalm in den Wald und wird „Bettlersteig“ genannt – Gehzeit ca. 45 min. Die Viehbergalm (1.445 m SH) ist ein kleines, schön gelegenes Almdorf mit mehreren bewirtschafteten Hütten, wo man bestens mit frischen Almspezialitäten versorgt wird. Auch eine Übernachtungsmöglichkeit gibt es in der Ritzingerhütte. (Max. 10 Personen). Abstiegsmöglichkeit (Nr.28) nach Gröbming durch die „Öfen“ (bekannte Mountainbike Strecke). Der Weiterweg (als Dachstein Rundwanderweg markiert) führt zunächst auf den Gipfel des Hochmühleck, 1.731 m hoch, der, als höchster Gipfel in diesem Umfeld, eine prächtige Aussicht auf die einsame Landschaft des Kemetgebirges bietet.

Der folgende Abstieg zur Goseritzalm (1.419 m SH) ist steil, der Weiterweg bis zur Langmoosalm u. Steinitzenalm (ca. 1.000 m SH) führt dann stetig abwärts durch schönen Wald. Gehzeit Viehbergalm – Steinitzenalm ca. 3 Std. Die Steinitzenalm ist bewirtschaftet, es gibt frische Almprodukte und bietet bis zu 8 Personen Übernachtungsmöglichkeit. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, durch den Almgraben weiter nach Bad Mitterndorf abzusteigen, nach Bad Heilbrunn. Die neue Therme mit einem Thermenhotel wird bis 2008 fertiggestellt sein.

 

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